Polen: US-Luftstreitkräfte erobern Osten

военный самолет США авиация
Die USA haben die Termine für die Stationierung ihrer Kriegsflugzeuge in Polen festgelegt. Das Piloten-Kontingent soll bereits in diesem Herbst auf dem Luftstützpunkt eintreffen. Die Experten verweisen darauf, dass diese Aktivitäten formell gesehen nicht gegen die Vereinbarungen zwischen Russland und der Nato verstoßen. Faktisch handelt es sich jedoch um einen Ausbau der Gefechtsinfrastruktur der Allianz nahe der russischen Grenze. Umso mehr, wo Polen als Teilnehmer des europäischen Raketenabwehrsystems auf einer Verstärkung der Zusammenarbeit mit der Nato in dieser Richtung besteht.

In der Nato erklärt man, die Verlegung von Kampfflugzeugen der USA stehe in keinerlei Beziehung zur Allianz und sei nicht mit ihren strategischen Plänen verbunden. Hören Sie hierzu die Meinung des stellvertretenden Direktors des USA-und-Kanada-Instituts der Russischen Akademie der Wissenschaften, Pawel Solotarjow:

Das alles gehört zur militärischen Infrastruktur der Nato, und sie sind berechtigt, das zu stationieren, was sie als notwendig erachten, und das auch dort, wo es ihres Erachtens notwendig ist. Eine andere Sache ist, dass derartige Aktivitäten, die mit einem zusätzlichen Ausbau der militärischen Komponenten der NATO verbunden sind, ebenso wie insgesamt die Stationierung der Infrastruktur der Allianz, stets Besorgnis erregen. Die Situation beweist ein übriges Mal die Richtigkeit der von Russland vertretenen Position: Wir sind stets gegen die Erweiterung der Nato eingetreten, denn wir meinen, das fördere nicht die Festigung der europäischen Sicherheit.“

Warschau baut nicht das erste Jahr seine militärische Zusammenarbeit mit Washington aus, und das insbesondere in der grenznahen Zone zu Russland. Polen ist ein aktiver Teilnehmer des in Europa im Aufbau befindlichen Raketenabwehrsystems. Gemäß den Plänen der USA sollen im Land große stationäre Raketenabwehrkomplexe entfaltet werden. Allerdings erklärte die Barack Obama-Administration im Jahr 2008, sie wolle ihre Strategie revidieren. Jetzt geht es um die Stationierung von mobilen Batterien mit SM-3-Raketen bis zum Jahr 2018. Als Reaktion auf die von Warschau geäußerte Unzufriedenheit stationierten die USA in der grenznahmen Zone Polens zu Russland Patriot-Raketen, die ähnliche Charakteristiken wie der russische Fliegerabwehr-Raketenkomplex S-300 besitzen. Die gegenwärtige Verlegung von US-Kampfflugzeugen kann bezüglich der polnischen Seite als ein weiterer, entgegen kommender Schritt Washingtons betrachtet werden, meint Ruslan Puchow, Direktor des Zentrums für die Analyse von Strategien und Technologien:

„Die Polen wollen sich sehr gern als zuverlässige Bündnispartner der USA zeigen, und das nicht nur in Worten, sondern in Taten. Denn vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise in Europa ist Polen das einzige Land, wo der Militärhaushalt wächst. Die Polen hatten die Absage der Amerikaner, bei ihnen kein Raketenabwehrsystem zu stationieren, schmerzhaft aufgenommen und betrachteten das fast als Verrat. Deshalb konnten die Amerikaner in einer solchen Kleinigkeit nicht absagen, wie es die Lieferung jener Infrastruktur ist, um die sie die Polen gebeten hatten.“

Der Aufbau eines Raketenabwehrsystems in Europa sieht vier Etappen vor. Die erste Etappe ist bereits abgeschlossen: Es wurde ein System aufgebaut, das es mit Hilfe der amerikanischen AEGIS-Schiffe erlauben wird, einzeln fliegende Raketen abzufangen. Gegenwärtig wird die zweite Etappe realisiert: zum Jahr 2015 wollen die Amerikaner die Stationierung einer Batterie mit Abfangraketen in Rumänien abschließen. Die polnische – oder dritte – Etappe soll laut Plan zum Jahr 2018 abgeschlossen sein. In der vierten Etappe ist bis 2020 geplant, alle diese Systeme zu vereinigen.

Moskau hatte von Washington mehrmals verlangt, Garantien zu geben, dass sich das Raketenabwehrsystem in Europa nicht gegen Russland richten werde. Die USA weigern sich immer noch, das zu tun. Gestern erklärte der russische Premierminister Dmitri Medwedjew, bisher existiere auf weltweiter Ebene noch keine Klarheit, gegen wen sich dieser Schutzschirm richten werde. Wie Medwedjew sagte, versichere die Führung der USA Russland, dieses Raketenabwehrsystem stelle keine Bedrohung dar, wobei der Kongress der USA diesen Standpunkt nicht teilt. Der russische Regierungschef bemerkte, es bleibe vorerst noch Zeit, ein Einvernehmen zu erzielen, aber sollte das bis zum Jahr 2018 nicht geschehen sein, so könnte das in der Welt ein neues Wettrüsten provozieren.

 

Quelle: http://german.ruvr.ru/2012_07_31/83549289/

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